Ab Dienstag stehen drei Männer in Wuppertal vor Gericht, die versuchten, die Familie von Michael Schumacher zu erpressen. Laut Bild handelt es sich um einen der spektakulärsten Prozesse des Jahres.
Die Erpresser forderten von der Familie rund 15 Millionen Euro und drohten, Hunderte von gestohlenen Fotos und Videos der schwerkranken Formel-1-Legende zu veröffentlichen. Einer der drei Angeklagten ist Markus F. (53 Jahre), der ursprünglich als Sicherheitsberater für Schumacher gearbeitet hatte und später auch als persönlicher Leibwächter der Familie tätig war.
Markus F. wurde 2012 von den Schumachers angestellt, und 18 Monate später, im Winter 2013, erlitt Michael Schumacher einen schweren Skiunfall in den französischen Alpen. Seitdem wurde Schumacher nicht mehr öffentlich gesehen und benötigt rund um die Uhr Pflege. Seine Frau Corinna schützt das Privatleben des Ehemanns und der Familie.
Die Familie entschloss sich schließlich, sich von Markus F. zu trennen, aus unbekannten Gründen, doch dieser scheint einen heimtückischen Racheplan zu schmieden. Laut Anklage hatte F. rund 1500 Fotos und 200 Videos auf vier USB-Sticks und zwei Festplatten gespeichert und gestohlen. Diese Aufnahmen dokumentieren das Privatleben der Familie sowie Schumachers Zustand vor und nach dem dramatischen Unfall.
Zwischen Oktober 2022 und Mai 2024 soll F. die Daten an den Schlüsseldienstmitarbeiter Yilmaz T. (53) aus Wuppertal verkauft haben – für eine fünfstellige Summe. Yilmaz T. erkannte den finanziellen Gewinn und soll versucht haben, die Daten auf dem Darknet zu verkaufen, indem er die Familie mit einer Zahlung von 15 Millionen Euro erpresste.
Doch die Erpresser gerieten in eine Falle: Zur Verifikation der Daten wurde Yilmaz T. ein E-Mail-Konto zur Verfügung gestellt, an das er Proben senden sollte. Zusammen mit seinem Sohn Daniel L. (30) nahm er Kontakt auf, ohne zu wissen, dass die Polizei bereits auf sie aufmerksam geworden war.
Beide wurden kurze Zeit später auf einem Parkplatz in Hessen festgenommen, als sie auf dem Weg von Wuppertal nach Baden-Württemberg waren. Yilmaz T. wird wegen „versuchter besonders schwerer Erpressung“ zu bis zu 15 Jahren Haft angeklagt, während sein Sohn wegen Beihilfe und Anstiftung zur Erpressung vor Gericht steht. Auch der ehemalige Sicherheitsmann Markus F. muss sich wegen Beihilfe zur Erpressung und „Verletzung der sehr persönlichen Lebenssphäre“ der Familie Schumacher verantworten. Sollte er verurteilt werden, droht ihm ebenfalls eine lange Haftstrafe.