Auf der renommierten Kunstmesse TEFAF in Maastricht wurde erstmals seit fast einem Jahrhundert ein lange verschollener Porträt von Gustav Klimt vorgestellt. Das Gemälde zeigt Prinz William Nii Nortey Dowuona, einen Vertreter des Ga-Volkes aus dem heutigen Ghana, und wurde ursprünglich im Jahr 1897 angefertigt.
Die seltene Entdeckung, deren Wert mittlerweile auf etwa 15 Millionen Euro geschätzt wird, wurde kürzlich von zwei privaten Sammlern an die Wiener Galerie Wienerroither & Kohlbacher übergeben. Kunsthistoriker Alfred Weidinger, der die Suche nach dem Werk über zwei Jahrzehnte betrieb, bestätigte nach eingehender Untersuchung die Echtheit des Porträts.
Das Werk zeigt deutlich Klimts Übergang zum dekorativen Stil des frühen Jugendstils mit charakteristischen floralen Motiven. Ursprünglich entstand das Bild während einer „Völkerschau“, einer umstrittenen Ausstellung von Angehörigen verschiedener Völker in Europa Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.
1923 wurde das Porträt bei einer Auktion verkauft und anschließend in Klimts Atelier präsentiert, das später zur Villa umgestaltet wurde. Im Jahr 1938 flohen die damaligen jüdischen Besitzer Ernestine und Felix Klein aus Österreich. Danach galt das Gemälde über Jahrzehnte hinweg als verschollen.
Gustav Klimt zählt zu den bedeutendsten österreichischen Künstlern der Moderne und war Mitbegründer der Wiener Secession. Sein ikonisches Meisterwerk „Der Kuss“ ist weltweit bekannt und gilt als Symbol des Jugendstils.