Indien verschärft Kontrolle über Käufe russischen Öls

Die Regierung von Indien hat die Überwachung der Importe von russischem Erdöl deutlich verschärft. Ziel ist es, verlässliche Daten für mögliche Verhandlungen mit den Vereinigte Staaten bereitzustellen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf fünf Quellen aus Regierung und Ölindustrie.

Demnach verlangt die Planungs- und Analyseabteilung des indischen Ministeriums für Erdöl und Erdgas von inländischen Raffinerien eine wöchentliche Berichterstattung über ihre Ölimporte aus Russland und den USA. Auf diese Weise soll eine präzise Datengrundlage geschaffen werden, um bei Anfragen aus Washington mit überprüften Zahlen reagieren zu können.

Nach Angaben der Quellen werden die erhobenen Informationen direkt an das Büro von Premierminister Narendra Modi weitergeleitet. Ein namentlich nicht genannter Regierungsvertreter erklärte gegenüber Reuters, zeitnahe und exakte Importdaten seien notwendig, um sich nicht auf sekundäre Statistiken oder externe Schätzungen verlassen zu müssen.

Üblicherweise werden die Herkunftsländer der Ölimporte indischer Unternehmen in monatlichen Zollstatistiken sowie in Analysen privater Marktforschungsunternehmen erfasst. Dass die Regierung nun erstmals eine wöchentliche Offenlegung verlangt, gilt als außergewöhnlicher Schritt und unterstreicht den politischen Stellenwert des Themas.

Zwei mit der Angelegenheit vertraute Beamte betonten, dass den indischen Raffinerien bislang keine direkte Anweisung erteilt worden sei, ihre Käufe von russischem Öl zu reduzieren. Dennoch rechnen sowohl Regierungs- als auch Branchenvertreter damit, dass die Importe aus Russland in den kommenden Monaten unter die Marke von einer Million Barrel pro Tag sinken könnten.

Von admin

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