Fast alle Mitgliedstaaten der Europäische Union haben sich zur Lage in Venezuela positioniert und betont, dass eine Überwindung der aktuellen Krise nur durch die Achtung des Willens des venezolanischen Volkes und die Wiederherstellung demokratischer Prinzipien möglich sei. Dies geht aus einer Erklärung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas hervor, die am 4. Januar im Namen von 26 EU-Staaten veröffentlicht wurde.
Die Erklärung wurde jedoch nicht von Ungarn unterstützt. In dem Text stellen die unterzeichnenden Staaten fest, dass Nicolás Maduro nicht über die Legitimität eines demokratisch gewählten Präsidenten verfüge. Zugleich sprechen sie sich für einen friedlichen, von den Venezolanern selbst getragenen Übergang zur Demokratie aus, unter Wahrung der staatlichen Souveränität des Landes.
Darüber hinaus unterstreicht die EU in der Erklärung die gemeinsame Priorität im Kampf gegen transnationale organisierte Kriminalität sowie den internationalen Drogenhandel. Zudem betonen die Mitgliedstaaten, dass sie in engem Austausch mit den Vereinigte Staaten sowie mit regionalen und internationalen Partnern stehen, um den Dialog zwischen allen beteiligten Akteuren zu fördern.
Laut Begleitvermerk wurde die Erklärung unter anderem von Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, den Niederlanden, Schweden und weiteren EU-Staaten unterstützt. Ungarn fehlt hingegen in der Liste der Unterzeichner. Damit verhinderte Budapest die Verabschiedung einer einheitlichen Position der Europäischen Union zu den jüngsten Entwicklungen und zum Vorgehen der USA in Venezuela.
Eine offizielle Begründung der ungarischen Regierung für die Nichtunterstützung der EU-Erklärung lag zunächst nicht vor.