Der venezolanische Machthaber Nicolás Maduro ist in New York inhaftiert worden und befindet sich derzeit im Metropolitan Detention Center Brooklyn (MDC). Dort soll er gemeinsam mit seiner Ehefrau Cilia Flores bis zur weiteren gerichtlichen Klärung festgehalten werden. Beiden werden Straftaten im Zusammenhang mit Drogenhandel und Waffenbesitz vorgeworfen, die sie entschieden zurückweisen.
Das MDC liegt strategisch zwischen der Staatsanwaltschaft der Vereinigten Staaten und zwei Bundesgerichten in Brooklyn. Die Haftanstalt ist von massiven Stahlbarrieren umgeben und mit hochauflösenden Überwachungskameras ausgestattet, die weite Bereiche erfassen können. Seit der Einlieferung Maduros wurden die äußeren Sicherheitsmaßnahmen nochmals deutlich verschärft.
Das Metropolitan Detention Center gilt als eines der problematischsten Gefängnisse in den USA. Berichte über mangelhafte Haftbedingungen, technische Ausfälle und lange Isolationszeiten haben dem MDC einen besonders schlechten Ruf eingebracht. Dennoch bringen die US-Behörden weiterhin prominente und als sicherheitsrelevant eingestufte Häftlinge in dieser Einrichtung unter.
Maduro ist dabei keineswegs der erste hochrangige lateinamerikanische Politiker, der im MDC einsaß. Der frühere Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernández, verbrachte dort mehr als drei Jahre, bevor ihn ein Bundesgericht wegen Drogenhandels zu 45 Jahren Haft verurteilte. Anschließend wurde er in eine andere Haftanstalt verlegt. Bemerkenswert ist, dass Hernández im Dezember des vergangenen Jahres von US-Präsident Donald Trump begnadigt wurde.
Auch der ehemalige mexikanische Sicherheitsminister Genaro García Luna war zeitweise im MDC untergebracht. Zudem saß dort der berüchtigte Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán, bevor er in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt wurde.
Bis heute befindet sich außerdem Ismael „El Mayo“ Zambada, einer der führenden Köpfe des Sinaloa-Kartells, im Metropolitan Detention Center und wartet dort auf seinen Prozess wegen schwerer Drogendelikte.
Die Unterbringung Maduros in dieser Haftanstalt unterstreicht die Bedeutung, die die US-Justiz dem Verfahren beimisst, und dürfte die diplomatischen Spannungen zwischen Washington und Caracas weiter verschärfen.