Die NASA hat erstmals in der Geschichte der Internationale Raumstation eine medizinische Evakuierung eines Astronautenteams angeordnet. Seit der dauerhaften Besiedlung der ISS im Jahr 2000 gab es keinen vergleichbaren Fall. Darüber berichtete die britische Zeitung The Guardian.
Am 7. Januar gab die NASA zunächst die Verschiebung eines geplanten Außenbordeinsatzes bekannt. Kurz darauf wurde bestätigt, dass ein medizinischer Notfall an Bord der Raumstation der Auslöser war. Nach Einschätzung der NASA-Ärzte besteht für einen der Astronauten ein langfristiges Gesundheitsrisiko, da unter Weltraumbedingungen weder eine eindeutige Diagnose noch eine adäquate Behandlung möglich sei.
Aus diesem Grund entschied sich die Raumfahrtbehörde für den vorzeitigen Abbruch der Mission und die Rückkehr des gesamten Teams zur Erde. Der Name des betroffenen Astronauten sowie Art und Ursache der Erkrankung wurden nicht veröffentlicht. Die NASA berief sich dabei auf medizinische Schweigepflicht und Datenschutz.
Zur Erde zurückkehren alle vier Mitglieder der SpaceX-Kapsel, die im August 2025 zur ISS gestartet war:
- Zena Cardman (USA), Kommandantin
- Mike Fincke (USA)
- Kimiya Yui (Japan)
- Oleg Platonov (Russland)
Obwohl medizinische Hilfe nur für ein Crewmitglied erforderlich ist, sieht das Sicherheitsprotokoll der ISS vor, dass die gesamte Besatzung das Raumschiff gemeinsam verlässt. Hintergrund ist die Regel, wonach sich auf der Station niemals mehr Astronauten aufhalten dürfen als verfügbare Sitzplätze in den angedockten Rückkehrkapseln vorhanden sind.
NASA-Administrator Jared Isaacman erklärte, dass selbst bei Anwesenheit eines Arztes auf der ISS eine Rückkehr zur Erde unvermeidlich gewesen wäre. Eine umfassende medizinische Versorgung könne ausschließlich unter irdischen Bedingungen gewährleistet werden.
Der Vorfall markiert einen historischen Einschnitt im Betrieb der ISS. Gleichzeitig bestätigte die NASA, dass drei Astronauten einer anderen Mission weiterhin an Bord der Raumstation verbleiben und den Betrieb aufrechterhalten werden.