In den Vereinigte Staaten wird laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über direkte finanzielle Zahlungen an die Bevölkerung von Grönland diskutiert. Ziel der Überlegungen sei es, die Einwohner der Insel zu einem politischen Bruch mit Dänemark und möglicherweise zu einer Annäherung oder einem Anschluss an die USA zu bewegen.
Nach Angaben von vier mit der Angelegenheit vertrauten Personen wurden innerhalb der US-Regierung – einschließlich im Weißes Haus – Beträge zwischen 10.000 und 100.000 US-Dollar pro Person erörtert. Konkrete Summen oder ein verbindlicher Auszahlungsmechanismus seien jedoch bislang nicht festgelegt worden.
Die Idee direkter Zahlungen gilt demnach als eine von mehreren Optionen, um den strategisch wichtigen Inselstaat mit rund 57.000 Einwohnern faktisch zu „kaufen“. US-Außenminister Marco Rubio erklärte laut Reuters gegenüber führenden Mitgliedern des Kongresses, dass US-Präsident Donald Trump weiterhin beabsichtige, Grönland zu erwerben. Die zuletzt verschärfte Rhetorik gegenüber Kopenhagen diene vor allem dazu, politischen Druck aufzubauen und Verhandlungen zu erzwingen.
Innerhalb der US-Regierung werden mehrere Szenarien für eine mögliche Angliederung Grönlands diskutiert. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, schloss dabei selbst den Einsatz militärischer Mittel nicht ausdrücklich aus. Sie betonte, dass dem Präsidenten als Oberbefehlshaber grundsätzlich alle außenpolitischen Instrumente zur Verfügung stünden.
Gleichzeitig weisen Beobachter darauf hin, dass direkte Geldzahlungen an die Bevölkerung als übermäßig transaktional oder sogar als demütigend wahrgenommen werden könnten. In Grönland wird seit Jahren über eine stärkere wirtschaftliche Unabhängigkeit von Dänemark und über vollständige staatliche Souveränität diskutiert. Ein Angebot finanzieller Anreize aus Washington könnte diese Debatte zwar beschleunigen, zugleich jedoch innenpolitischen Widerstand hervorrufen.
Offizielle Stellungnahmen der grönländischen oder dänischen Regierung zu den Berichten lagen zunächst nicht vor.