Trumps Unterstützung: Vizepräsidentin gegen Oppositionsführerin

In Venezuela zeichnet sich ein intensiver politischer Wettstreit um die Gunst von Donald Trump ab. Wie das The Wall Street Journal berichtet, ringen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez und die Oppositionsführerin María Corina Machado um politischen Rückhalt aus Washington – und damit um Einfluss auf die Zukunft des Landes.

Machado, die als Symbolfigur der venezolanischen Opposition gilt, plant in der kommenden Woche eine Reise nach Washington, D.C., um Trump davon zu überzeugen, sie als zentrale Akteurin eines demokratischen Übergangs zu betrachten. Es wäre ihr erstes persönliches Treffen mit dem US-Präsidenten, der zuletzt signalisiert hatte, weder Wahlen noch einen raschen Machtwechsel in Caracas zu priorisieren.

Trump äußerte sich in der Vergangenheit skeptisch über Machados Rückhalt im Land und stellte stattdessen die Zusammenarbeit mit Rodríguez heraus. Die Vizepräsidentin gilt seit Jahren als tragende Säule des Systems von Nicolás Maduro. Am Freitag erklärte Trump bei einem Treffen im Weißes Haus mit Spitzen der Ölindustrie, die Beziehungen zu den derzeitigen Machthabern Venezuelas seien „sehr gut“ und „vernünftig geführt“.

Nach Informationen des WSJ erwägt das Weiße Haus zudem einen baldigen Besuch einer Delegation unter Führung Rodríguez’ in Washington. Beide Lager befinden sich damit in politisch heikler Lage: Rodríguez muss zwischen scharfer antiamerikanischer Rhetorik im Inland und diskreter Kooperation hinter den Kulissen balancieren.

Machado hingegen setzt öffentlich auf Lob für Trumps „mutige Mission“ und pflegt enge Kontakte in die US-Medien- und Politikwelt – darunter Rachel Campos-Duffy, Ehefrau von Verkehrsminister Sean Duffy. Gleichzeitig gilt ihre Akzeptanz in Militär und Bürokratie Venezuelas als begrenzt.

Nachdem Maduro Machado 2024 von der Präsidentschaftskandidatur ausgeschlossen hatte, organisierte sie eine Ersatzkandidatur: Der ehemalige Diplomat Edmundo González gewann laut Opposition rund zwei Drittel der Stimmen. Maduros Weigerung, das Ergebnis anzuerkennen, machte Machado international sichtbar. Ihre riskante Ausreise zur Entgegennahme des Friedensnobelpreises verstärkte dieses Profil – birgt aber auch Risiken.

Analysten warnen, dass ein Treffen mit Trump für Machado politisch ebenso gefährlich sein könnte: Beobachter ziehen Parallelen zu der öffentlichen Demütigung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in früheren Begegnungen und schließen nicht aus, dass Trump öffentlich Rodríguez den Vorzug gibt oder demokratische Wahlen relativiert.


Von admin

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