Bei den anhaltenden Massenprotesten im Iran ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen auf mehr als 500 gestiegen. Zudem wurden über 10.000 Menschen festgenommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag unter Berufung auf aktuelle Daten.
Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation HRANA dauern die Unruhen inzwischen seit rund zwei Wochen an. Demnach kamen mindestens 490 Demonstrierende ums Leben, außerdem starben 48 Angehörige der Sicherheitskräfte. Die Organisation dokumentiert seit Beginn der Proteste Todesfälle, Festnahmen und Menschenrechtsverletzungen landesweit.
Die iranischen Behörden haben bislang keine offiziellen Zahlen zu Toten oder Festgenommenen veröffentlicht. Aus diesem Grund konnten die von HRANA genannten Angaben von unabhängigen Journalisten nicht verifiziert werden. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass das tatsächliche Ausmaß der Gewalt erheblich sein könnte.
Die Proteste richten sich gegen die wirtschaftliche Lage, politische Repressionen und die Führung der Islamische Republik Iran. Sicherheitskräfte gehen seit Beginn der Demonstrationen mit harter Gewalt gegen die Protestierenden vor. Internationale Menschenrechtsgruppen werfen Teheran den systematischen Einsatz tödlicher Mittel sowie Massenverhaftungen vor.
Die steigende Zahl der Opfer verstärkt den internationalen Druck auf die iranische Führung. Mehrere westliche Staaten fordern unabhängige Untersuchungen und ein Ende der Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Offizielle Reaktionen der iranischen Regierung auf die neuesten Opferzahlen blieben bislang aus.