In der Nähe der Stadt Essen ist am späten Abend des 12. Januar ein Lokomotivzug entgleist. Der Vorfall ereignete sich gegen 22:30 Uhr und sorgt inzwischen für erhebliche sicherheitspolitische Aufmerksamkeit, da kurz darauf ein Militärtransport der US-Armee dieselbe Strecke hätte passieren sollen. Darüber berichtet die deutsche Boulevardzeitung Bild.
Nach Angaben der Bundespolizei sprang lediglich eine Achse des Lokomotivs aus den Schienen. Verletzt wurde niemand. Brisant ist jedoch der zeitliche Zusammenhang: Nur wenige Stunden später sollte über diesen Abschnitt eine amerikanische Militärkolonne mit Munition und schwerem Gerät transportiert werden.
Aufgrund einer Verzögerung wurde der Militärzug schließlich über eine alternative Strecke umgeleitet. Stattdessen befuhr ein gewöhnlicher Güterzug mit Kesselwagen den betroffenen Gleisabschnitt – und genau dieser Zug entgleiste.
Ermittler fanden am Unglücksort mehrere metallene Klammern, die direkt an den Schienen befestigt waren. Der letzte Zug hatte den Abschnitt gegen 17:30 Uhr noch ohne Probleme passiert. Etwa 70 Minuten später war die Durchfahrt des US-Militärtransports vorgesehen.
Die Polizei des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen schließt einen Sabotageakt nicht aus. Derzeit wird geprüft, ob die Metallteile möglicherweise von früheren Bauarbeiten stammen oder gezielt angebracht wurden, um einen Zug zu beschädigen.
Ein zentraler Ermittlungsansatz ist die Frage, wer Kenntnis vom geplanten Fahrweg der US-Armee hatte. Die Untersuchungen laufen auf Hochtouren, da der Vorfall im Kontext militärischer Logistik als sicherheitsrelevant eingestuft wird.