China hat einen neuen Meilenstein im Bereich der erneuerbaren Energien erreicht und die weltweit leistungsstärkste Offshore-Windturbine in Betrieb genommen. Wie der staatliche Sender CGTN berichtet, verfügt die Anlage erstmals über eine Leistung von 20 Megawatt. Realisiert wurde das Projekt vom staatlichen Energiekonzern China Three Gorges.
Die riesige Windturbine wurde in den Küstengewässern der südostchinesischen Fujian-Provinz installiert – mehr als 30 Kilometer vor der Küste. Der Aufbau stellte die Ingenieure vor außergewöhnliche Herausforderungen: Die Arbeiten fanden in großer Wassertiefe, unter schwierigen Wetterbedingungen und teilweise während der Monsunzeit statt.
Zum Einsatz kam ein Spezialschiff der neuesten Generation, das Lasten von bis zu 2.000 Tonnen heben kann. Mithilfe hochpräziser Positionierungssysteme wurden drei Rotorblätter mit einer Länge von jeweils fast 150 Metern auf eine Höhe von 174 Metern angehoben und millimetergenau an der Nabe montiert.
Die Gesamthöhe der Anlage – vom Meeresspiegel bis zur Spitze eines Rotorblatts – beträgt 321 Meter und erreicht damit nahezu die Höhe des Eiffelturm mit seinen 324 Metern.
Nach dem Anschluss an das Stromnetz soll die Turbine jährlich mehr als 80 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit können rund 44.000 Haushalte mit elektrischer Energie versorgt werden. Gleichzeitig ersetzt eine einzige Anlage pro Jahr etwa 24.000 Tonnen Kohle und reduziert den Ausstoß von CO₂ um rund 64.000 Tonnen.
Experten sehen das Projekt als wichtigen Schritt für Chinas ambitionierte Klimaziele und als Beleg für die wachsende technologische Führungsrolle des Landes im Bereich der Offshore-Windenergie.