Durchbruch bei strukturellen Batterien aus Schweden – Energiespeicher wird Teil der Fahrzeugstruktur
Forschende der Chalmers University of Technology haben neue Ergebnisse zu sogenannten strukturellen Batterien vorgestellt – Materialien, die gleichzeitig Energie speichern und tragende Funktionen übernehmen. Wie das Technikportal Interesting Engineering berichtet, hat die Technologie inzwischen ein Niveau erreicht, das einen Einsatz in realen Industrieprodukten ermöglicht.
Die Ergebnisse wurden auf dem World Economic Forum präsentiert, wo strukturelle Batterien bereits zuvor als bahnbrechende Schlüsselinnovation des Jahres 2025 ausgezeichnet worden waren.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Akkus können strukturelle Batterien mechanische Lasten aufnehmen, während sie gleichzeitig elektrische Energie speichern. Der Akku wird damit integraler Bestandteil des Fahrzeugrahmens oder der Produktstruktur. Dadurch entfällt ein separater, schwerer Batteriebock – ein entscheidender Vorteil für Gewicht, Effizienz und Reichweite.
Das Forschungsteam um Professor Leif Asp und die außerordentliche Professorin Johanna Xu erklärte, dass das neue Material in puncto Energiedichte nahezu mit klassischen Lithium-Ionen-Batterien gleichzieht. Gleichzeitig erreicht es eine Steifigkeit, die mit Metallen wie Aluminium oder Titan vergleichbar ist.
Ein zentrales Element der Entwicklung ist der Einsatz von Carbonfasern sowohl in der positiven als auch in der negativen Elektrode. In dieser Architektur übernimmt das Kohlenstoffmaterial mehrere Funktionen zugleich: Es dient als Verstärkung, als Stromableiter und als aktives elektrochemisches Material.
Dank der natürlichen elektrischen Leitfähigkeit von Carbonfasern konnten die Forschenden auf schwere metallische Stromsammler aus Kupfer oder Aluminium verzichten. Dies reduziert das Gesamtgewicht der Batterie zusätzlich und steigert die Effizienz des Gesamtsystems.
Nach vorläufigen Berechnungen der Chalmers-Forscher könnten Elektrofahrzeuge mit strukturellen Batterien bis zu 70 Prozent mehr Reichweite mit einer einzigen Ladung erzielen als heutige Modelle. Experten sehen darin einen potenziellen Gamechanger für Elektromobilität, Luftfahrt und Leichtbau.