Abkommen nach 25 Jahren Verhandlungen umfasst rund 700 Millionen Menschen
Die Europäische Union und der südamerikanische Wirtschafts- und Staatenbund Mercosur haben am Samstag in Paraguay ein umfassendes Abkommen über eine Freihandelszone unterzeichnet. Wie das europäische Nachrichtenportal Euractiv berichtet, handelt es sich um das größte Handelsabkommen, das Brüssel jemals abgeschlossen hat.
Die Verhandlungen über das Abkommen, das rund 700 Millionen Bürger in Europa und Südamerika betrifft, dauerten mehr als 25 Jahre. Trotz des Widerstands einzelner Mitgliedstaaten wie Frankreich und Polen unterstützte eine klare Mehrheit der EU-Staaten die Einigung.
Bei der Unterzeichnung erklärte die Präsidentin der Europäische Kommission, Ursula von der Leyen, Europa setze auf faire Handelsbeziehungen statt auf Zölle. Ziel sei ein langfristiges, produktives Partnerschaftsmodell, das konkrete Vorteile für Bürger und Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks bringe. Zugleich hob sie die geopolitische Dimension des Abkommens hervor und betonte, dass zwei gleichgesinnte Regionen mit gemeinsamer Stimme weltweit größeres Gewicht hätten.
Die Unterzeichnungszeremonie fand in der Zentralbank von Paraguay statt. Auch der Präsident des Europäischer Rat, António Costa, nahm an der Veranstaltung teil.
Auf Seiten von Mercosur waren mehrere Staats- und Regierungschefs anwesend, darunter der paraguayische Präsident Santiago Peña, der bolivianische Vertreter Rodrigo Paz, der argentinische Präsident Javier Milei sowie der uruguayische Präsident Yamandú Orsi. Ebenfalls beteiligt war José Raúl Mulino, dessen Land als assoziiertes Mitglied dem Mercosur angehört.
Das Abkommen gilt als strategischer Meilenstein für die Handels- und Außenpolitik der EU und soll den wirtschaftlichen Austausch zwischen Europa und Südamerika nachhaltig vertiefen.