Italien beschlagnahmt Schiff aus Russlands „Schattenflotte“

Frachter mit 33.000 Tonnen Stahl wegen Sanktionsverstößen im Hafen von Brindisi festgesetzt

Italienische Behörden haben erstmals ein sanktioniertes Schiff aus der sogenannten russischen „Schattenflotte“ beschlagnahmt. Zum Zeitpunkt der Festsetzung transportierte das Schiff Eisen- und Stahlprodukte. Darüber berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Samstag.

Das unter der Flagge eines ozeanischen Inselstaates fahrende Frachtschiff war aus russischen Hoheitsgewässern im Schwarzes Meer unterwegs. Festgesetzt wurde es im Hafen der süditalienischen Stadt Brindisi nach Ermittlungen der Finanz- und Zollbehörden, die in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft geführt wurden. Der Zugriff steht im Zusammenhang mit der Umgehung von Sanktionen, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine gegen Russland verhängt wurden.

Die Beschlagnahme wurde vom Gericht in Brindisi bestätigt. Insgesamt stehen vier Personen unter Ermittlungen: ein Importeur, der Schiffseigner sowie zwei Besatzungsmitglieder. Ihnen wird gemeinschaftlich die Verletzung restriktiver Maßnahmen der Europäische Union vorgeworfen.

Bei Hafeninspektionen stellten die Ermittler „schwere Unstimmigkeiten, Fälschungen und Manipulationen“ in der Borddokumentation fest, insbesondere in Bezug auf Liegeplätze und Ladeoperationen. Die Auswertung der Unterlagen sowie von Daten aus dem ECDIS-System (verpflichtendes elektronisches Navigations- und Kollisionswarnsystem für größere Schiffe) bestätigte, dass sich das Schiff vom 13. bis 16. November 2025 im Hafen von Noworossijsk aufgehalten und dort verbotene Ladeaktivitäten durchgeführt hatte.

Anschließend lief der Frachter Italien mit einer Ladung von rund 33.000 Tonnen schwarzer Metalle an. Der Fall gilt als Präzedenzfall für das konsequentere Vorgehen italienischer Behörden gegen mutmaßliche Sanktionsumgehungen auf dem Seeweg.

Von admin

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