„Große Solarmauer“ soll mit 100 Gigawatt Leistung neue Maßstäbe setzen
Die Volksrepublik China baut ihre globale Führungsrolle im Bereich der erneuerbaren Energien weiter aus. Wie das Fachportal Energiesmedia berichtet, hat das Land mit dem Bau eines neuen Mega-Projekts begonnen, das unter dem Namen „Große Solarmauer“ bekannt ist.
Geplant ist die Errichtung einer riesigen Solarkraftwerksanlage in der Kubuqi-Wüste im Norden Chinas. Dort sollen rund acht Millionen Solarpaneele installiert werden, die zusammen eine Gesamtleistung von etwa 100 Gigawatt erreichen. Das Projekt gehört zu den größten Solarvorhaben weltweit und ist Teil der langfristigen chinesischen Energie- und Klimastrategie.
China erweitert seine Solarkapazitäten bereits seit Jahren in rasantem Tempo. Jährlich kommen nach Angaben von Energiesmedia etwa 200 bis 300 Gigawatt an neuer Solarleistung hinzu. Die „Große Solarmauer“ stellt dabei einen weiteren Meilenstein dar und unterstreicht den industriellen und politischen Anspruch Pekings im globalen Wettbewerb um saubere Energie.
Nach vorläufigen Planungen wird sich der Solarkomplex über eine Länge von nahezu 133 Kilometern und eine Breite von rund 25 Kilometern erstrecken. China verfügt bereits über Erfahrung mit derartigen Großprojekten: In einem anderen Wüstengebiet wurde zuvor eine Solaranlage mit einer installierten Gesamtleistung von 455 Gigawatt realisiert.
Die Projektentwicklung erfolgt unter anderem mit Beteiligung des Energieunternehmens Ordos Energy. Nach Angaben des Unternehmens soll die neue Anlage deutlich mehr Strom erzeugen, als für den Energiebedarf von Peking erforderlich wäre.
Gemäß den aktuellen Plänen soll die „Große Solarmauer“ bis zum Jahr 2030 jährlich rund 180 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren. Dies entspräche etwa 20 Prozent der theoretisch möglichen Gesamtkapazität des Projekts. Langfristig könnte die Anlage eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung der chinesischen Stromversorgung spielen.
Neben dem energetischen Nutzen werden auch positive ökologische Effekte erwartet. Jüngste Studien zeigen, dass großflächige Solaranlagen in Wüstenregionen die Bodenqualität verbessern und lokale Mikroklimata beeinflussen können. Damit verbindet das Projekt energiepolitische Ziele mit potenziellen Umweltvorteilen.