Russland verkauft strategische Goldreserven

Goldbestand des Nationalen Wohlstandsfonds seit 2022 um mehr als 70 Prozent geschrumpft

Die russische Regierung greift bereits im dritten Jahr in Folge auf ihre Goldreserven zurück, um akute Finanzlücken zu schließen und den Staatshaushalt zu stützen – einschließlich der Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine. Dies geht aus offiziellen Daten des russischen Finanzministeriums hervor, über die The Moscow Times berichtet.

Demnach wurde Gold aus dem Nationaler Wohlstandsfonds Russlands (FNB) genutzt, um den föderalen Haushalt, den Bankensektor sowie große staatliche Infrastrukturprojekte zu finanzieren. Zwischen 2022 und Anfang 2025 ist der Goldbestand des Fonds drastisch geschrumpft. Während sich im Mai 2022 noch rund 555 Tonnen Gold auf den Konten des Fonds bei der Zentralbank Russlands befanden, waren es zu Beginn des laufenden Jahres nur noch 160,2 Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang von rund 71 Prozent.

Nach Einschätzung von Beobachtern wurde das Gold nahezu kontinuierlich verkauft. Selbst Mengen, die im Laufe eines Jahres neu in den Fonds eingebracht wurden – etwa nach staatlichen Goldankäufen –, verblieben meist nur kurzzeitig in den Reserven. Stattdessen wurden sie rasch zur Deckung laufender Ausgaben verwendet.

Die Entwicklung verdeutlicht den zunehmenden finanziellen Druck auf Russland, der sich infolge internationaler Sanktionen, hoher Militärausgaben und struktureller Schwächen der Wirtschaft weiter verschärft hat. Experten warnen, dass die anhaltende Auflösung strategischer Reserven die langfristige finanzielle Stabilität des Landes untergraben könnte.

Gleichzeitig unterstreichen die Zahlen, dass der Nationale Wohlstandsfonds seine ursprüngliche Funktion als langfristige Sicherheitsreserve weitgehend verloren hat und zunehmend als kurzfristiges Finanzierungsinstrument für staatliche Prioritäten dient.

Von admin

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