Wind- und Solarenergie überholen fossile Brennstoffe

Erstmals liefern Wind und Sonne mehr Strom als Kohle, Gas und Öl zusammen

Im Jahr 2025 haben Wind- und Solarenergie erstmals in der Geschichte der Europäische Union gemeinsam mehr Strom erzeugt als alle fossilen Energieträger zusammen. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht European Electricity Review des Analyseinstituts Ember hervor. Der Befund markiert einen Wendepunkt in der europäischen Energieversorgung.

Nach den Daten des Berichts deckten Wind- und Solarenergie im Jahr 2025 zusammen 30 Prozent der Stromerzeugung in der EU, während der Anteil fossiler Brennstoffe auf 29 Prozent zurückging. Insgesamt stammten 48 Prozent der Elektrizität aus erneuerbaren Quellen. Damit setzt sich der langfristige Trend zur Dekarbonisierung des Stromsektors weiter fort.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Solarenergie. Die Stromproduktion aus Photovoltaik legte 2025 um 20,1 Prozent zu – bereits das vierte Jahr in Folge mit einem Wachstum von über 20 Prozent. Erstmals erreichte Solarstrom einen Anteil von 13 Prozent am EU-Strommix und überholte damit sowohl Kohle als auch Wasserkraft. In mehreren Mitgliedstaaten, darunter Ungarn, Zypern, Griechenland, Spanien und Niederlande, deckte Solarenergie bereits mehr als 20 Prozent des nationalen Strombedarfs.

Die Windenergie behauptete trotz ungünstigerer Wetterbedingungen ihre Rolle als zweitgrößte Stromquelle der EU. Mit einem Anteil von 17 Prozent erzeugte sie mehr Elektrizität als Gaskraftwerke. Gleichzeitig ging die Wasserkraftproduktion im Jahresvergleich um 12 Prozent zurück, während die Windstromerzeugung um 2 Prozent sank. Diese Rückgänge wurden jedoch durch den starken Ausbau der Solarenergie mehr als ausgeglichen.

Laut Ember handelt es sich um einen strukturellen Wandel. In 14 EU-Staaten produzieren Wind und Sonne inzwischen gemeinsam mehr Strom als alle fossilen Energieträger. Innerhalb von fünf Jahren stieg ihr Anteil von 20 Prozent im Jahr 2020 auf 30 Prozent im Jahr 2025, während fossile Brennstoffe von 37 auf 29 Prozent zurückfielen. Kernenergie und Wasserkraft blieben im gleichen Zeitraum weitgehend stabil oder verzeichneten leichte Rückgänge.

Vor dem Hintergrund schwacher Wasserkrafterträge nahm die Nutzung von Gas kurzfristig zu: Die Stromerzeugung aus Gas stieg 2025 um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch liegt der Gasverbrauch im EU-Stromsektor weiterhin 18 Prozent unter dem Höchststand von 2019. Die Zahlen unterstreichen, dass der europäische Energiemarkt trotz kurzfristiger Schwankungen zunehmend von erneuerbaren Energien geprägt wird.

Von admin

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