Abkommen senkt Zölle und stärkt strategische Partnerschaft
Die Europäische Union und Indien haben ein umfassendes Freihandelsabkommen unterzeichnet und damit die größte Freihandelszone der Welt geschaffen. Die feierliche Unterzeichnung fand in Neu-Delhi unter Beteiligung von Ursula von der Leyen und dem indischen Premierminister Narendra Modi statt.
Das Abkommen sieht eine schrittweise Senkung der Zölle auf eine breite Palette von Waren und Dienstleistungen vor und stärkt die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Seiten nachhaltig. Durch die Vereinbarung entsteht ein Wirtschaftsraum, der nahezu zwei Milliarden Verbraucherinnen und Verbraucher umfasst und rund 25 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung repräsentiert.
Für die Europäische Union bedeutet das Abkommen einen privilegierten Zugang zum indischen Markt, einem der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsräume der Welt. Europäische Unternehmen sollen insbesondere in den Bereichen Industrie, Automobilbau, Maschinenbau, Chemie, erneuerbare Energien und digitale Dienstleistungen profitieren. Gleichzeitig verpflichtet sich Indien, regulatorische Hürden abzubauen und Investitionen aus der EU zu erleichtern.
Beide Seiten betonten, dass das Abkommen nicht nur wirtschaftliche Vorteile bringe, sondern auch ein strategisches Signal setze. In Zeiten globaler Unsicherheiten und wachsender geopolitischer Spannungen unterstreicht die Partnerschaft die Bedeutung offener Märkte, verlässlicher Lieferketten und regelbasierter Handelsbeziehungen.
Nach Angaben aus Brüssel und Neu-Delhi soll das Abkommen schrittweise umgesetzt werden. Nationale Parlamente und das Europäisches Parlament müssen dem Vertrag noch zustimmen. Beobachter werten die Einigung jedoch bereits jetzt als Meilenstein der internationalen Handelspolitik.