Gespräche mit Frankreich und Großbritannien nach NATO-Beitritt
Schweden führt Gespräche mit Frankreich und dem Vereinigtes Königreich über nukleare Sicherheitsgarantien für den Fall militärischer Eskalationen in Europa. Das erklärte Schwedens Premierminister Ulf Kristersson in einem Interview mit The Telegraph.
Nach Angaben Kristerssons handelt es sich um laufende, noch nicht detaillierte Gespräche, in denen Paris und London jedoch Offenheit für eine vertiefte Diskussion signalisierten. Schweden prüfe damit zusätzliche sicherheitspolitische Optionen innerhalb des europäischen Rahmens.
Historisch verfolgte Schweden eine Politik militärischer Neutralität, änderte diese jedoch nach dem großangelegten Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022. In der Folge trat das Land 2024 der NATO bei und wurde damit vollständig in die strategischen Debatten des Bündnisses eingebunden.
„Mit dem NATO-Beitritt sind wir Teil aller relevanten Diskussionen – auch jener in Europa, die sich mit nuklearer Abschreckung befassen“, sagte Kristersson. Es gehe nicht um den Einsatz von Atomwaffen, sondern um Abschreckung und Sicherheit: Solange autoritäre Staaten über Nuklearwaffen verfügten, müssten Demokratien Zugang zu entsprechenden Schutzmechanismen haben.
Die Gespräche spiegeln eine breitere Debatte über Europas Sicherheitsarchitektur wider, in der nukleare Abschreckung zunehmend als Bestandteil kollektiver Verteidigung diskutiert wird. Beobachter werten Schwedens Vorstoß als weiteren Schritt zur Vertiefung der europäischen Verteidigungskooperation innerhalb des NATO-Rahmens.