Verschärfte Kontrollen erschweren Finanztransaktionen mit russischen Banken
Die Europäische Union hat Russland offiziell auf die Liste der Hochrisikoländer im Bereich Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gesetzt. Dies geht aus dem Amtsblatt der Europäischen Union hervor. Die Maßnahme ist seit dem 29. Januar in Kraft und führt zu deutlich verschärften Prüfpflichten für europäische Banken bei allen Finanztransaktionen mit Russland-Bezug.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bestätigte die Entscheidung in Brüssel. „Heute hat die EU Russland wegen des Risikos von Geldwäsche auf die schwarze Liste gesetzt. Das wird Transaktionen mit russischen Banken verlangsamen und verteuern“, erklärte sie am Rande des Rates für Auswärtige Angelegenheiten.
Mit der Einstufung als Hochrisikostaat sind europäische Finanzinstitute verpflichtet, verstärkte Sorgfaltspflichten (Enhanced Due Diligence) anzuwenden. Dazu zählen zusätzliche Prüfungen der wirtschaftlich Berechtigten, eine engmaschigere Überwachung von Zahlungsströmen sowie umfangreichere Dokumentationspflichten. Ziel ist es, Finanzströme aus Russland strenger zu kontrollieren und Risiken für das EU-Finanzsystem zu minimieren.
Die Entscheidung wurde von der Europäische Kommission bereits am 3. Dezember 2025 getroffen. Sie trat 20 Tage nach Veröffentlichung in Kraft, da weder das Europäisches Parlament noch der Rat der Europäischen Union Einwände erhoben.
Parallel dazu arbeitet die EU weiter an finanzieller Unterstützung für die Ukraine im Umfang von 90 Milliarden Euro für den Zeitraum 2026–2029 sowie an einem 20. Sanktionspaket gegen Russland. Die Hochrisiko-Einstufung gilt als weiterer Baustein, um den finanziellen Handlungsspielraum Moskaus einzuschränken.