Kakaopreise fallen auf tiefsten Stand

Nachfragerückgang und Überangebotsängste drücken die Notierungen deutlich

Die Kakaopreise sind deutlich gefallen und haben in New York erstmals seit 2023 wieder die Marke von 4.000 US-Dollar pro Tonne unterschritten. Wie Bloomberg am Freitag, dem 30. Januar, berichtet, setzt sich damit eine Korrektur fort, die den zuvor extremen Preisanstieg teilweise ausgleicht und der Schokoladenindustrie etwas Entlastung verschafft.

Der meistgehandelte Futures-Kontrakt verbilligte sich um 5,9 Prozent auf 3.931 US-Dollar je Tonne und erreichte damit den niedrigsten Stand seit November 2023. Auslöser des Rückgangs sind unter anderem jüngste Verarbeitungsdaten, die auf eine schwächere Nachfrage hindeuten. Hohe Preise in den vergangenen zwei Jahren hatten Konsumenten zum Sparen gezwungen und den Absatz gebremst.

Der Preisverfall erfolgt zudem im Umfeld einer breiteren Schwäche an den Rohstoffmärkten. Auch Gold und Silber gerieten unter Druck, nachdem der US-Dollar zuletzt an Stärke gewann.

Noch im Dezember 2024 hatten Kakaofutures ein Allzeithoch erreicht. Schlechte Ernten in Westafrika hatten das Angebot verknappt und die Preise nach oben getrieben. In der Folge reduzierten Verbraucher ihren Schokoladenkonsum, während Hersteller Rezepturen anpassten und vermehrt günstigere Ersatzstoffe oder Zusatz ингреди ен wie Nüsse einsetzten. Seit dem Höchststand sind die Preise inzwischen um rund 70 Prozent gefallen.

In Europa, dem weltweit größten Kakaoverbraucher, sank die Verarbeitung der Bohnen im vierten Quartal auf den niedrigsten Wert seit 2013. Gleichzeitig deutet ein Produktionsanstieg in wichtigen Erzeugerländern auf ein mögliches Überangebot hin. Das Analysehaus StoneX rechnet in der laufenden Saison sowie in den Jahren 2026 und 2027 mit einem globalen Überschuss auf dem Kakaomarkt.

Von admin

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