Verteidigungsminister sieht gemeinsames Fundament im Bündnis weiterhin gegeben
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die aktuelle Lage innerhalb der NATO mit einer Ehekrise nach 20 Jahren verglichen. In einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland erklärte Pistorius, dass langjährige Partnerschaften zwangsläufig Phasen von Vertrauensverlust und Entfremdung erleben.
„Wer 20 Jahre verheiratet ist, kennt solche Krisen. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: weglaufen oder um die Beziehung kämpfen“, sagte Pistorius. Übertragen auf das Bündnis bedeute dies, dass man sich entweder trenne oder – sofern weiterhin ein gemeinsames Fundament bestehe – die Probleme konstruktiv angehe. Die Aussagen fielen auf die Frage, ob die NATO weiterhin davon ausgehe, dass die USA im Ernstfall an der Seite der Bündnispartner stehen würden.
Der Verteidigungsminister zeigte sich überzeugt, dass dieses gemeinsame Fundament innerhalb der NATO weiterhin vorhanden sei. Zugleich warnte er, dass innere Streitigkeiten im Bündnis letztlich vor allem Russland nutzen würden.
Pistorius betonte zudem die gegenseitige Abhängigkeit Europas und der USA. Beide Seiten seien „gleichermaßen aufeinander angewiesen“. Andernfalls könnten die Vereinigten Staaten strategisch zwischen Russland und China geraten – ein Szenario, das klar gegen die Interessen Washingtons verstoße.