Geheimdienst sieht Verteidigungskosten bei rund 50 % des Staatshaushalts
Der russische Präsident Wladimir Putin verschleiert nach Einschätzung der deutschen Auslandsaufklärung das wahre Ausmaß der Militärausgaben Russlands. Nach Angaben des Bundesnachrichtendienst (BND) könnten die tatsächlichen Verteidigungsausgaben rund die Hälfte des russischen Staatshaushalts und etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen. Darüber berichtete die Zeitung BILD.
Demnach würden erhebliche Teile der Militärausgaben im allgemeinen Haushalt versteckt. Die realen Kosten könnten laut BND bis zu 66 Prozent über den offiziell ausgewiesenen Zahlen liegen. Für das Jahr 2025 schätzt der deutsche Geheimdienst die russischen Militärausgaben auf rund 250 Milliarden Euro – ein historischer Höchstwert.
Zum Vergleich: 2022 lag der Anteil der Militärausgaben am russischen BIP noch bei etwa 6 Prozent, 2023 stieg er auf 6,7 Prozent, 2024 bereits auf 8,5 Prozent. Der aktuelle Sprung auf rund 10 Prozent verdeutlicht nach Ansicht der Analysten die zunehmende Kriegs- und Rüstungsorientierung der russischen Wirtschaft.
Nach Einschätzung des BND fließen die Mittel nicht ausschließlich in den Krieg gegen die Ukraine. Ein erheblicher Teil werde für den Ausbau militärischer Fähigkeiten nahe der Ostflanke der NATO verwendet. Dies deute auf eine längerfristige strategische Ausrichtung Russlands hin.
Der Präsident des BND, Martin Jäger, hatte bereits Mitte Oktober bei einer öffentlichen Anhörung der Geheimdienstchefs gewarnt, Russland „verschleiere seine Absichten“. Putin wolle die Grenzen des Westens „austesten“, weshalb sich Europa auf eine mögliche Eskalation einstellen müsse.