NATO-Strategen warnen vor Eskalation und bereiten sich auf Szenarien vor
Europa stellt sich auf ein mögliches militärisches Vorgehen Russlands gegen die NATO ein. Nach Einschätzung europäischer Geheimdienste, Militärs und Regierungsvertreter könnte Russland innerhalb eines Jahres zu einem Angriff bereit sein. Das berichtet The Wall Street Journal unter Berufung auf westliche Sicherheitskreise.
In mehreren europäischen Staaten laufen demnach Vorbereitungen durch Übungen, Planspiele und Szenario-Analysen, um auf eine Eskalation reagieren zu können. Der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans erklärte, es gebe klare Hinweise auf eine Aufstockung strategischer Reserven, eine verstärkte Truppenpräsenz sowie zusätzliche Bewaffnung entlang der NATO-Grenzen.
Besondere Sorge bereiten NATO-Strategen möglichen Operationsplänen Russlands im Ostseeraum. Als potenzielle Ziele gelten Inseln Schwedens, Finnlands und Dänemarks, aber auch Teile Polens sowie nördliche Regionen Norwegens und Finnlands. Zudem wird ein Szenario diskutiert, in dem Russland europäische Schlüsselinfrastruktur angreift.
In diesem Zusammenhang nennen Sicherheitsexperten auch den Hafen Rotterdam als mögliches Ziel, dessen Ausfall erhebliche Folgen für Logistik, Energieversorgung und Wirtschaft in Europa hätte. Die Debatte unterstreicht die wachsende Besorgnis innerhalb der Allianz und den Druck, Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit rasch zu stärken.