Das Urteil gegen die Friedensnobelpreisträgerin sorgt international für Kritik – Unterstützer berichten von einem Hungerstreik.
In Iran ist die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde am Samstag, dem 8. Februar, von einem Gericht in der Stadt Maschhad gefällt. Darüber berichtete die britische Zeitung The Guardian.
Nach Angaben ihres Anwalts Mostafa Nili wurde Mohammadi zu sechs Jahren Gefängnis wegen der Teilnahme an nicht genehmigten Versammlungen sowie wegen angeblicher Verschwörung verurteilt. Zusätzlich verhängte das Gericht eine weitere Haftstrafe von eineinhalb Jahren wegen sogenannter Propaganda gegen den Staat. Darüber hinaus erhielt sie ein zweijähriges Ausreiseverbot.
Unterstützer der Menschenrechtsaktivistin teilten mit, dass Mohammadi bereits am 2. Februar in den Hungerstreik getreten sei. Mit diesem Schritt wolle sie gegen ihre Inhaftierung und die Haftbedingungen protestieren. Internationale Menschenrechtsorganisationen äußerten erneut ihre Besorgnis über die Behandlung politischer Gefangener im Iran.
Festgenommen worden war Narges Mohammadi im Dezember während einer Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Menschenrechtsanwalt Khosrow Alikordi. Beobachter werten das Urteil als weiteres Signal für das harte Vorgehen der iranischen Justiz gegen prominente Kritiker der Staatsführung.
Der Fall Mohammadi hat weltweit Aufmerksamkeit erregt und dürfte den internationalen Druck auf Teheran weiter erhöhen.