Sozialist gewinnt Präsidentschaftswahl in Portugal

António José Seguro setzt sich in der Stichwahl deutlich durch und beendet zwei Jahrzehnte konservativer Präsidentschaft.

In Portugal hat erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder ein Sozialist die Präsidentschaftswahl gewonnen. Der 63-jährige António José Seguro entschied die Stichwahl klar für sich und erhielt damit ein fünfjähriges Mandat der Wähler. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag.

Nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmzettel kam Seguro auf rund 66 Prozent der Stimmen. Sein ultrarechter Herausforderer André Ventura erreichte 34 Prozent. Beobachter sehen darin einerseits einen deutlichen Sieg des sozialistischen Kandidaten, andererseits aber auch einen spürbaren Zuwachs für rechtspopulistische Kräfte im Land.

Mit seinem Erfolg löst Seguro den konservativen Amtsinhaber Marcelo Rebelo de Sousa ab, der nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte. Unterstützung erhielt Seguro nicht nur aus dem linken Lager, sondern auch von zentristischen und moderat rechten Wählern. Ausschlaggebend waren nach Einschätzung politischer Analysten vor allem Sorgen über populistische und autoritäre Tendenzen seines Gegners.

Obwohl der Präsident in Portugal keine direkte Regierungsgewalt ausübt, besitzt das Amt erheblichen politischen Einfluss. Das Staatsoberhaupt kann Gesetze des Parlaments mit einem Veto belegen, die Volksvertretung auflösen und Neuwahlen ansetzen. Vor diesem Hintergrund gilt der Wahlausgang als wichtiges Signal für die politische Ausrichtung des Landes in den kommenden Jahren.

Der Sieg von António José Seguro wird daher nicht nur als personeller Wechsel, sondern als symbolischer Neubeginn nach 20 Jahren konservativer Präsidentschaften gewertet.

Von admin

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