Mehr als 30 Kilogramm Kokain wurden aus Deutschland nach Prag geschmuggelt – versteckt in Kuchenböden mit Sahneüberzug.
In Tschechien hat die Polizei einen umfangreichen Drogenring zerschlagen, der Kokain aus Deutschland einschmuggelte – getarnt in Torten. Wie Radio Prague International unter Berufung auf die Sprecherin des Nationalen Drogenzentrums, Lucie Šmoldasová, berichtet, sollen sieben Ausländer und ein tschechischer Staatsbürger angeklagt werden.
Den Ermittlungen zufolge transportierte die Gruppe mehr als 30 Kilogramm Kokain von Berlin nach Prag. Die Täter versteckten die Drogen in Kuchenböden, verdeckten die Einschnitte mit Schlagsahne und verpackten die fertigen Torten in Kartons. Anschließend wurden sie in Taschen verstaut und mit regulären Nachtbuslinien zur Prager Busstation gebracht. Jeder Kurier nutzte dabei eine andere Verbindung, um Aufmerksamkeit zu vermeiden.
Für ein Kilogramm Kokain zahlten die Verdächtigen laut Polizei mehr als 600.000 tschechische Kronen. In Prag wurde die Ware mit einem Aufschlag von mehreren hunderttausend Kronen weiterverkauft. Die Ermittler gehen davon aus, dass die organisierte Gruppe mindestens seit Sommer 2024 aktiv war, bevor im Februar erste Festnahmen erfolgten.
Fünf der Beschuldigten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft, drei sind auf freiem Fuß. Einzelnen drohen Haftstrafen von bis zu 18 Jahren. Neben Kokain soll die Bande auch andere Drogen eingeführt haben, darunter mehr als 3.000 LSD-Dosen. Zudem wurden Methamphetamin, Ketamin, MDMA-Tabletten sowie eine Mischung, die unter dem Namen „Pink Cocaine“ bekannt ist, gehandelt.
Nach Angaben der Ermittler wurde die Gruppe von einem ehemaligen Barkeeper angeführt. Er habe zunächst mit Marihuana gehandelt und sich später aufgrund gestiegener Nachfrage auf Kokain spezialisiert.
Der Fall gilt als einer der ungewöhnlichsten Kokainschmuggel-Fälle der letzten Jahre in Mitteleuropa – nicht zuletzt wegen der kreativen Tarnmethode mit Torten.