Der Bundeskanzler will in Washington für ein Ende der Unsicherheit in der Handelspolitik werben.
Bundeskanzler Friedrich Merz wird Anfang März nach Washington reisen, um mit US-Präsident Donald Trump über die aktuelle Zollpolitik zu sprechen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will Merz dabei eine abgestimmte europäische Position vertreten.
„Wir werden eine sehr klare europäische Haltung zu diesem Thema haben, denn die Zollpolitik ist Sache der Europäischen Union und nicht einzelner Mitgliedstaaten“, erklärte der Kanzler. Er werde daher mit einer gemeinsamen Linie der Europäische Union in die Gespräche gehen.
Hintergrund sind fortbestehende sektorale Zölle, unter anderem auf Autos, Stahl und Aluminium. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA bleiben diese Abgaben weiterhin in Kraft. Zudem hatte Trump kürzlich einen neuen temporären Aufschlag auf Importe aus sämtlichen Ländern eingeführt. Auch der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hatte zuvor betont, dass branchenspezifische Zölle bestehen bleiben sollen.
Merz warnte vor den wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden Unsicherheit. „Das größte Gift für die Volkswirtschaften Europas und der USA ist die permanente Unklarheit in der Zollfrage. Diese Unsicherheit muss beendet werden“, sagte er. Zwar trage Deutschland durch rückläufige Exporte einen Teil der Belastung, langfristig jedoch würden vor allem amerikanische Verbraucher höhere Preise zahlen.
Das Magazin Politico berichtete ebenfalls über die geplanten Gespräche. Beobachter erwarten, dass die Unterredung zwischen Merz und Trump richtungsweisend für die künftigen transatlantischen Handelsbeziehungen sein könnte.