Australien droht mit Gegenmaßnahmen nach Zoll-Erhöhung

15-Prozent-Importtarif sorgt für Spannungen zwischen strategischen Partnern

Die Regierung in Canberra prüft mögliche Gegenmaßnahmen, nachdem US-Präsident Donald Trump den Basis-Importzoll auf 15 Prozent angehoben hat. Wie die australische Zeitung The Australian berichtet, will Australien „alle Optionen“ in Betracht ziehen.

Handelsminister spricht von „ungerechtfertigtem Schritt“

Australiens Handelsminister Don Farrell bezeichnete die Entscheidung als „unbegründet“ und warnte vor einem möglichen Riss zwischen engen strategischen Verbündeten. Die neue Zollpolitik folgt auf eine Entscheidung des Supreme Court of the United States, der einen früheren Mechanismus gezielter Strafzölle der US-Regierung für rechtswidrig erklärte.

Daraufhin stellte das Weiße Haus auf ein globales Zollmodell um. Ein Grundtarif von 10 Prozent soll ab dem 24. Februar gelten, während die zusätzlichen fünf Prozent bislang ohne klares Inkrafttretungsdatum bleiben. Für Exporteure, deren Waren sich aktuell auf dem Transportweg befinden, bedeutet das erhebliche Planungsunsicherheit.

Hohe Risiken für Australiens Exportwirtschaft

Für Australien steht wirtschaftlich viel auf dem Spiel. Das Land zählt zu den weltweit größten Exporteuren von Eisenerz, Flüssigerdgas (LNG) und Agrarprodukten. Ein pauschaler 15-Prozent-Zoll könnte die Wettbewerbsfähigkeit australischer Produkte auf dem US-Markt deutlich schwächen.

Das Handelsministerium arbeitet nach eigenen Angaben eng mit der australischen Botschaft in Washington zusammen, um potenzielle Schäden für Unternehmen und Lieferketten zu bewerten.

WTO-Verfahren oder Spiegelzölle möglich

Marktanalysten halten mehrere Reaktionsoptionen für realistisch. Dazu zählen formelle Streitverfahren bei der World Trade Organization (WTO) oder sogenannte Spiegelzölle auf ausgewählte US-Produkte. Ein solcher Schritt würde eine seltene handelspolitische Konfrontation zwischen Partnern des Sicherheitsbündnisses AUKUS markieren.

„One-size-fits-all“-Strategie sorgt für Kritik

Die neue US-Zollpolitik folgt offenbar einem „One-size-fits-all“-Ansatz und verzichtet auf traditionelle bilaterale Präferenzregelungen. Sollte Canberra tatsächlich mit Gegenmaßnahmen reagieren, könnten milliardenschwere Energie- und Verteidigungsverträge, die sich derzeit in Verhandlungen befinden, unter Druck geraten.

Die kommenden Wochen dürften entscheidend sein – sowohl für die transatlantischen Handelsbeziehungen als auch für die Stabilität strategischer Partnerschaften im Indopazifik.

Von admin

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