Archäologen finden 1.000 Jahre alte Goldgruft in Panama

Sensationsfund in El Caño liefert neue Erkenntnisse über Machtstrukturen präkolumbischer Kulturen

In der panamaischen Provinz Coclé haben Archäologen eine mehr als tausend Jahre alte Grabstätte mit außergewöhnlich reichen Goldbeigaben freigelegt. Wie Arkeonews berichtet, bestätigte das Ministerio de Cultura de Panamá die Entdeckung der sogenannten „Grabkammer 3“ auf dem archäologischen Gelände von El Caño.

Elitegrab im Bezirk Natá entdeckt

Die Fundstätte befindet sich im Bezirk Natá de los Caballeros, rund 200 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Panama-Stadt. Im Inneren der Grabkammer fanden Forscher mehrere menschliche Überreste sowie eine beeindruckende Auswahl an Grabbeigaben – darunter goldene Brustornamente, Ohrringe, Armreife und kunstvoll verzierte Keramikgefäße.

Die Archäologen datieren das Grab auf den Zeitraum zwischen 800 und 1000 n. Chr. Bereits 2009 war die Struktur aufgrund zahlreicher Metall- und Keramikfragmente identifiziert worden. Erst jetzt gelang jedoch die vollständige Freilegung.

Gold als Symbol von Macht und Status

Im Zentrum der Grabkammer befand sich vermutlich ein hochrangiges Mitglied der lokalen Elite. Besonders auffällig sind Goldobjekte mit Darstellungen von Fledermäusen und Krokodilen – Motive, die typisch für die regionale Symbolik jener Epoche sind.

Projektleiterin Julia Mayo betonte, dass die zentrale Figur offenbar den höchsten sozialen Rang innerhalb der Bestatteten einnahm. Dies spreche für eine klar strukturierte hierarchische Gesellschaft.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass El Caño über etwa zwei Jahrhunderte hinweg als exklusiver Nekropolenkomplex für die Oberschicht diente. Mindestens neun vergleichbare Gräber wurden dort bereits in früheren Kampagnen freigelegt.

Bedeutung für die panamaische Archäologie

Die neu entdeckte Grabkammer erweitert das Verständnis der politischen Organisation, religiösen Rituale und Handelsnetzwerke der Region erheblich. Die Qualität der Goldarbeiten belegt ein hohes Maß an metallurgischem Wissen sowie Zugang zu wertvollen Rohstoffen.

Experten betonen, dass die Artefakte nicht nur dekorativen Zwecken dienten. Vielmehr fungierten sie als Machtsymbole, die den gesellschaftlichen Status des Anführers sowohl zu Lebzeiten als auch im Tod unterstrichen.

Mit der Entdeckung der über 1.000 Jahre alten Goldgruft rückt Panama erneut in den Fokus der internationalen Archäologieforschung.

Von admin

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