Jahrzehntelanges Räumprogramm nach dem Balkankrieg erfolgreich abgeschlossen
Kroatien hat offiziell den Prozess der Minenräumung auf seinem Staatsgebiet abgeschlossen. Wie das Nachrichtenportal Croatia Week berichtet, gilt das Land nach fast drei Jahrzehnten Arbeit nun als vollständig frei von Minengefahr.
„Kroatien ist offiziell ein Land ohne Minenrisiko geworden und hat die Verpflichtungen gemäß der Ottawa-Konvention erfolgreich erfüllt“, heißt es in der Mitteilung.
Hunderttausende Kampfmittel entschärft
Im Verlauf der Räumarbeiten wurden nahezu 107.000 Landminen und Sprengvorrichtungen entdeckt und beseitigt. Zusätzlich entfernten Spezialisten rund 470.000 weitere Munitionsreste.
Die Minen stammten überwiegend aus der Zeit des Jugoslawienkrieg, als große Teile des Landes vermint wurden. Über viele Jahre hinweg blieben ausgedehnte Flächen potenziell lebensgefährlich.
Bildung und internationale Kooperation bleiben
Obwohl die physische Räumung abgeschlossen ist, kündigten die Behörden an, weiterhin Aufklärungsprogramme zur Minensicherheit durchzuführen. Ziel sei es, insbesondere jüngere Generationen für die Gefahren nicht explodierter Kampfmittel zu sensibilisieren.
Darüber hinaus will Kroatien seine Expertise künftig verstärkt mit anderen Staaten teilen, die ebenfalls vor der Herausforderung großflächiger Minenräumung stehen.
Meilenstein im Wiederaufbau
Die vollständige Entminung gilt als bedeutender Schritt im langfristigen Wiederaufbauprozess nach dem Krieg. Sie schafft nicht nur mehr Sicherheit für die Bevölkerung, sondern eröffnet auch wirtschaftliche Perspektiven – etwa für Landwirtschaft, Infrastrukturprojekte und Tourismus.
Mit dem Abschluss der Arbeiten setzt Kroatien ein wichtiges Signal für internationale Abrüstungs- und Sicherheitsbemühungen.