Großbritannien verhandelt mit Europa über Truppen in Grönland

Die Regierung des Vereinigtes Königreich führt Gespräche mit europäischen Verbündeten über eine mögliche Stationierung von Militärkräften in Grönland, um die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten. Das berichtet die The Telegraph unter Berufung auf Regierungs- und Militärkreise.

Demnach arbeitet die britische Militärführung an einem Konzept für eine potenzielle NATO-Mission in Grönland. Hintergrund sind frühere Drohungen von US-Präsident Donald Trump, die Insel aus „Sicherheitsgründen“ unter vollständige amerikanische Kontrolle bringen zu wollen.

In den vergangenen Wochen trafen sich britische Regierungsvertreter mit Partnern aus Deutschland und Frankreich, um erste Vorbereitungen für das Vorhaben zu treffen. Die Gespräche befinden sich laut Bericht noch in einem frühen Stadium.

Die aktuellen Überlegungen sehen vor, britische Soldaten sowie Marineeinheiten und Luftstreitkräfte in der Region einzusetzen. Ziel wäre es, Grönland und die umliegenden arktischen Seewege gegen wachsenden Einfluss von Russland und China abzusichern.

Europäische Regierungen hoffen, dass ein deutlich verstärktes militärisches Engagement Europas in der Arktis Washington dazu bewegen könnte, von seinen Ambitionen auf eine vollständige Kontrolle Grönlands Abstand zu nehmen. Zugleich würde dies Trump ermöglichen, innenpolitisch einen Erfolg zu reklamieren, indem er argumentiert, dass Europa einen größeren Teil der Kosten für die Überwachung des Atlantiks und der Arktis trage.

Beobachter sehen in den Gesprächen ein weiteres Zeichen dafür, dass sich Europa zunehmend eigenständig sicherheitspolitisch positionieren will – insbesondere in strategisch sensiblen Regionen wie der Arktis, deren geopolitische Bedeutung durch Klimawandel, neue Schifffahrtsrouten und Rohstoffinteressen stark zunimmt.

Von admin

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