Sabotage mit Paketen

Die deutsche Justiz hat Anklage gegen zwei ukrainische Staatsbürger erhoben, die im Auftrag russischer Geheimdienststrukturen an einem mutmaßlichen Sabotageplan mit Paketsendungen beteiligt gewesen sein sollen. Das berichten deutsche Staatsanwälte am 13. Januar laut Reuters.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft verschickten die Verdächtigen im März 2025 mehrere Pakete aus Köln in Richtung Ukraine. Die Sendungen enthielten GPS-Tracker und dienten laut Ermittlern dazu, Logistik- und Transportwege innerhalb Europas zu testen.

Die Beschuldigten wurden in Deutschland als Danilo B., Wladislaw T. und Jewgenij B. identifiziert. Die Aktion sei auf Anweisung von Mittelsmännern russischer Geheimdienste erfolgt, die ihren Sitz im besetzten Mariupol gehabt hätten.

Ziel des Plans war es nach Darstellung der Ermittler, später Pakete mit Brand- oder Zündvorrichtungen zu verschicken, die entweder auf deutschem Boden oder während des Transports in nicht von Russland kontrollierte Regionen der Ukraine explodieren oder Feuer fangen sollten. Dadurch sollte möglichst großer materieller Schaden entstehen.

Danilo B. und Wladislaw T. wurden bereits im Mai 2025 in Deutschland festgenommen und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Jewgenij B. wurde im selben Monat in der Schweiz verhaftet und am 23. Dezember 2025 nach Deutschland ausgeliefert. Gegen ihn soll in Kürze ebenfalls formell Anklage erhoben werden.

Die russische Regierung wies jegliche Beteiligung an den Vorwürfen zurück. Die deutschen Ermittlungsbehörden betonen jedoch, dass die Untersuchungen andauern und mögliche weitere Beteiligte sowie Hintermänner identifiziert werden sollen.

Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Ermittlungen wegen hybrider Sabotageakte ein, mit denen europäische Sicherheitsbehörden seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine konfrontiert sind.

Von admin

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