Manöver simulieren schnelle „Enthauptungsoperation“ gegen gegnerische Führung
Die chinesischen Streitkräfte haben Militärübungen durchgeführt, bei denen eine sogenannte „Enthauptungsoperation“ gegen die Führung eines fiktiven Gegners trainiert wurde. Darüber berichtet das Wirtschafts- und Sicherheitsportal Nikkei Asia. Nach Einschätzung des Mediums weist das Szenario deutliche Parallelen zu einer jüngsten US-Spezialoperation in Venezuela auf und kann als Signal an Taiwan verstanden werden.
Auf vom chinesischen Staatssender China Central Television veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, dass die Übung mit einer Aufklärungsphase begann. Ein militärischer Drohnenflug identifizierte ein Gebäude, in dem sich laut Szenario die Zielpersonen aufhielten. Anschließend führte eine Spezialeinheit in der Nacht einen schnellen Zugriff durch. Dabei setzten die Soldaten militärische Armbrüste ein, um Wachposten lautlos zu überwinden und vier „terroristische“ Ziele auszuschalten. Die gesamte simulierte Erstürmung dauerte weniger als zwei Minuten.
Laut Nikkei Asia orientiert sich das Manöver an einer US-Spezialoperation, bei der Nicolás Maduro festgenommen worden sein soll. Diese Aktion sei von der Delta Force mit Unterstützung des 160th Special Operations Aviation Regiment durchgeführt worden und ohne Verluste auf US-Seite verlaufen.
Peking wolle mit den aktuellen Übungen demonstrieren, dass die Volksbefreiungsarmee Chinas in der Lage sei, ähnlich komplexe und zeitkritische Spezialoperationen auszuführen. Beobachter sehen darin zugleich eine gezielte Botschaft an die Regierung des taiwanischen Präsidenten Lai Ching-te. Die Manöver unterstreichen nach Ansicht von Experten Chinas Anspruch, im Konfliktfall rasch und präzise militärisch handeln zu können.