Amtierende Präsidentin fordert Ende ausländischer Einmischung in die Politik des Landes
Die amtierende Präsidentin von Venezuela, Delcy Rodríguez, hat die Vereinigte Staaten scharf kritisiert und ein Ende des ausländischen Einflusses auf die venezolanische Politik gefordert. „Es reicht mit den Anweisungen aus Washington“, erklärte Rodríguez laut einem Bericht von Bloomberg.
Die Erklärung fiel während einer Rede vor Beschäftigten der Ölindustrie im Bundesstaat Anzoátegui. In der Hafenstadt Puerto La Cruz betonte Rodríguez, dass politische Fragen ausschließlich von den Venezolanerinnen und Venezolanern selbst gelöst werden müssten. Externe Einmischung schade der Souveränität des Landes und behindere notwendige interne Reformprozesse.
„Die Zeit ist gekommen, die Diktate Washingtons hinter uns zu lassen“, sagte Rodríguez vor den Arbeitern des Energiesektors. Ihre Worte richteten sich insbesondere gegen den politischen und wirtschaftlichen Druck der US-Regierung, der Venezuela seit Jahren begleitet.
Die Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund sensibler Reformen im venezolanischen Ölsektor sowie der angekündigten Freilassung politischer Gefangener. Beobachter werten diese Schritte als Versuch der Regierung, zwischen dem Druck der Administration von Donald Trump und den Erwartungen des regierungsnahen Wählerlagers zu balancieren.
Gemeinsam mit dem Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, besuchte Delcy Rodríguez eine Raffinerie in Puerto La Cruz. Dort stellte die Regierung Pläne vor, die staatliche Monopolstellung in der Erdölförderung teilweise aufzulösen. Künftig sollen auch private Unternehmen Zugang zu den enormen Rohölreserven Venezuelas erhalten.
Diese Initiative stößt jedoch innerhalb der regierenden sozialistischen Partei auf Widerstand. Kritiker warnen davor, dass eine Öffnung des Energiesektors den jahrzehntelang verfolgten Kurs staatlicher Kontrolle über strategische Ressourcen untergraben könnte. Dennoch zeigt die Regierung mit den Reformplänen ihren Willen, neue wirtschaftliche Spielräume zu schaffen – trotz innenpolitischer Spannungen und internationalem Druck.