Strenge Altersprüfung führt laut Betreiber zu Ausweichbewegungen ins Dark Web
Die Plattform Pornhub wird ihren Dienst im Vereinigtes Königreich ab dem 2. Februar nur noch eingeschränkt anbieten. Das gab die Muttergesellschaft Aylo bekannt. Hintergrund sind die strengen Vorgaben des britischen Online Safety Act, wie Politico berichtet.
Nach Angaben des Unternehmens konnte Aylo die Anforderungen der sogenannten „Children’s Codes“ nicht in einer Weise umsetzen, die praktikabel und zugleich wirksam sei. Diese Regelungen, die seit dem vergangenen Sommer gelten, verpflichten Anbieter von Erwachsenenangeboten zu einer effektiven Altersverifikation. Laut Alexandra Kekesi, Vizepräsidentin für Marke und Community bei Aylo, führe die aktuelle Ausgestaltung jedoch dazu, dass sowohl Erwachsene als auch Minderjährige in großer Zahl auf nicht regulierte Webseiten ausweichen.
Nutzerinnen und Nutzer, die bis zum 2. Februar eine Altersprüfung erfolgreich durchlaufen, sollen weiterhin Zugriff auf den Dienst behalten. Für alle anderen wird der Zugang eingeschränkt. Unternehmensjuristen betonten auf einer Pressekonferenz, dass die Verantwortung für diese Entwicklung beim Gesetzgeber liege – nicht bei der Medienaufsicht Ofcom.
Als mögliche Lösung sieht Aylo eine gerätebasierte Altersverifikation über große Technologieanbieter wie Google, Apple oder Microsoft. Diese könnte laut Unternehmen Datenschutz wahren und zugleich verlässlich das Alter prüfen.
Deutliche Kritik äußerte Solomon Friedman, Partner bei Ethical Capital Partners. Das Gesetz selbst – nicht der Regulator – dränge Erwachsene wie Kinder „in die dunkelsten Ecken des Internets“, wo besonders gefährliche Inhalte zugänglich seien. Aylo habe sechs Monate lang versucht, konstruktiv mitzuwirken, Daten zu erheben und mit der Regierung zu teilen; nun zeigten diese Daten jedoch, dass der Ansatz kontraproduktiv wirke.