Forscher warnen vor langfristigen Gesundheitsfolgen des Plastikbooms
Ein neues wissenschaftliches Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass Kunststoff dem Menschen messbar Lebensjahre kostet. Demnach wirkt sich der gesamte Lebenszyklus von Plastik – von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis hin zu Nutzung und Entsorgung – negativ auf die menschliche Gesundheit aus. Selbst unter optimistischen Annahmen lässt sich ein Verlust an durchschnittlicher Lebenserwartung weltweit nicht vermeiden.
Besonders problematisch sind die Emissionen und Schadstoffe, die bei der Kunststoffproduktion freigesetzt werden, ebenso wie Mikro- und Nanoplastik, das inzwischen in Luft, Wasser, Nahrungsmitteln und sogar im menschlichen Körper nachgewiesen wurde. Diese Partikel stehen im Verdacht, Entzündungen, hormonelle Störungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weitere chronische Leiden zu begünstigen.
Die Forscher warnen zudem vor der dynamischen Entwicklung des Plastikkonsums. Prognosen zufolge könnte sich die weltweite Kunststoffproduktion bis zum Jahr 2060 nahezu verdreifachen, sofern keine tiefgreifenden politischen und wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Damit würden sich auch die gesundheitlichen Belastungen weiter verschärfen – insbesondere in Regionen mit schwachen Umwelt- und Abfallstandards.
Das Fazit der Studie fällt deutlich aus: Ohne eine Reduktion der Plastikproduktion, bessere Recyclingstrukturen und den Umstieg auf alternative Materialien drohen langfristige und irreversible Folgen für die globale öffentliche Gesundheit. Plastik sei damit nicht nur ein Umwelt-, sondern zunehmend auch ein zentrales Gesundheitsproblem des 21. Jahrhunderts.