Experten fordern nationale strategische Gasreserve
Die Gasvorräte in den unterirdischen Speichern in Deutschland sind auf ein historisches Februartief gefallen. Aktuell liegen die Füllstände je nach Speicher zwischen 32 und 34 Prozent – so niedrig wie noch nie zu diesem Zeitpunkt im Jahr. Energieexperten warnen vor strukturellen Risiken für die Versorgungssicherheit und fordern die Einrichtung einer nationalen strategischen Gasreserve.
Der starke Rückgang der Speicherstände ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: einen überdurchschnittlich hohen Verbrauch, geringere Nachlieferungen sowie die weiterhin angespannte Lage auf den europäischen Gasmärkten. Zwar gilt die Versorgung derzeit noch als gesichert, doch die niedrigen Reserven erhöhen die Anfälligkeit gegenüber Kälteperioden, Lieferausfällen oder geopolitischen Schocks.
Fachleute plädieren deshalb für einen staatlich kontrollierten strategischen Gasvorrat, ähnlich den Ölreserven, die viele Länder für Krisenzeiten vorhalten. Eine solche Reserve könnte unabhängig vom Markt eingesetzt werden und würde als Puffer in Extremsituationen dienen. Kritiker verweisen allerdings auf hohe Kosten und offene Fragen zur Organisation und Finanzierung.
Die Debatte gewinnt an Dringlichkeit, da Deutschland weiterhin auf Gas als Übergangsenergie angewiesen ist – sowohl für Industrieprozesse als auch für die Wärmeversorgung vieler Haushalte. Ohne zusätzliche Sicherheitsmechanismen könnten künftig selbst normale Winter zu ernsthaften Versorgungsrisiken führen.