Archäologen finden im Bundesstaat Tamil Nadu ein einzigartiges Grabgefäß mit zwölf Standfüßen aus der Megalithkultur.
Im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu haben Archäologen einen außergewöhnlichen Terrakotta-Sarkophag freigelegt, der auf ein Alter von rund 2.300 Jahren datiert wird. Die Entdeckung erfolgte bei Ausgrabungen in Pallavaram, einem Vorort von Chennai, in etwa zwei Metern Tiefe. Darüber berichtete das Fachportal Arkeonews.
Besonders auffällig ist die Konstruktion des Sarkophags: Das etwa 170 Zentimeter lange, 45 Zentimeter breite und rund 50 Zentimeter tiefe Gefäß ruht auf zwölf sorgfältig geformten Standfüßen. Diese ungewöhnliche Bauweise deutet auf fortgeschrittene handwerkliche Techniken und eine ausgeprägte Begräbniskultur hin.
Nach Angaben der Archaeological Survey of India (ASI) zeugt die Form des Fundes von einer hochentwickelten Keramiktradition. Der leitende Archäologe A.M.V. Subramanyam erklärte, der Sarkophag belege die Existenz einer gefestigten megalithischen Kultur im 3. Jahrhundert v. Chr. in dieser Region.
Die aufwendige Gestaltung und die technische Präzision sprechen für eine sesshafte Gemeinschaft mit spezialisierten Handwerkern und klaren sozialen Strukturen. Zudem fällt die Datierung in eine Epoche intensiver Handelskontakte Südindiens mit anderen Regionen des Subkontinents und darüber hinaus.
Der Fund gilt als bedeutender Beleg dafür, dass die Bevölkerung dieser Zeit nicht nomadisch lebte, sondern in stabil organisierten Siedlungen mit ausgeprägter kultureller Identität. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, welche Grabbeigaben sich im Inneren befinden und welche Rückschlüsse auf die damalige Gesellschaft möglich sind.