Bundeskartellamt verhängt 59 mio € gegen Amazon

Die Wettbewerbsbehörde untersagt Preisobergrenzen für Marketplace-Händler und verhängt eine Geldbuße von 59 Millionen Euro.

Das Bundeskartellamt hat dem US-Konzern Amazon untersagt, auf seinem Marketplace Preisobergrenzen für unabhängige Händler festzulegen. Zusätzlich verhängte die Behörde ein Bußgeld in Höhe von 59 Millionen Euro.

Nach Auffassung der Wettbewerbshüter stellte die Praxis eine unzulässige Beschränkung des Preiswettbewerbs dar. Drittanbieter auf dem Marketplace hätten demnach faktisch daran gehindert werden können, ihre Preise eigenständig und marktgerecht zu gestalten. Das Bundeskartellamt sieht darin einen Eingriff in die unternehmerische Freiheit der Händler und eine mögliche Verzerrung des Wettbewerbs im Onlinehandel.

Amazon kündigte an, gegen die Entscheidung rechtlich vorzugehen. Das Unternehmen betont, die Maßnahmen hätten dem Schutz von Verbrauchern vor überhöhten Preisen gedient und seien im Interesse eines fairen Marktumfelds erfolgt.

Es handelt sich um die erste finanzielle Sanktion dieser Art gegen den US-Konzern in Deutschland. Amazon kontrolliert nach Schätzungen rund 60 Prozent des deutschen Onlinehandels und nimmt damit eine marktbeherrschende Stellung ein. Die Entscheidung des Bundeskartellamts gilt daher als Signal für eine strengere Regulierung großer Digitalplattformen.

Experten sehen in dem Verfahren einen weiteren Schritt in Richtung einer konsequenteren Durchsetzung des Wettbewerbsrechts gegenüber globalen Tech-Unternehmen in Deutschland.

Von admin

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