Laut The Economist sollen Beteiligungen an russischen Großprojekten im Gegenzug für die Aufhebung von US-Sanktionen angeboten worden sein.
Im Zuge von Gesprächen über ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges soll der Kreml Personen aus dem Umfeld von Donald Trump Beteiligungen an russischen Energieprojekten in Aussicht gestellt haben. Das berichtet das Magazin The Economist unter Berufung auf informierte Quellen.
Demnach hätten enge Vertraute des damaligen US-Präsidenten Zugang zu strategischen Großprojekten erhalten können – darunter Öl- und Gasförderungen in der Arktis, die Erschließung von Lagerstätten seltener Erden, der Aufbau eines Rechenzentrums mit nuklearer Energieversorgung sowie sogar der Bau eines Tunnels unter der Beringstraße.
Vor einem Treffen zwischen Wladimir Putin und Trump auf Alaska im August 2025 soll für den russischen Sicherheitsrat ein internes Memorandum vorbereitet worden sein. Darin sei dargelegt worden, wie man dem US-Präsidenten eine „größte wirtschaftliche Vereinbarung“ zwischen Moskau und Washington präsentieren könne. In dem Papier sei betont worden, dass „alle viel Geld verdienen“ könnten und sogar die Aussicht auf Friedensnobelpreise im Raum stehe.
Laut The Economist seien insbesondere Beteiligungen an Megaprojekten mit globaler Rohstoffrelevanz für das Trump-Umfeld attraktiv gewesen. Die mögliche Lockerung oder Aufhebung von US-Sanktionen gegen Russland habe dabei als zentraler Bestandteil der Gespräche gegolten.
Das Magazin erinnert zudem daran, dass innerhalb der damaligen US-Administration die Bemühungen um eine Lösung des Ukraine-Konflikts unter anderem von Steve Witkoff sowie Jared Kushner begleitet worden seien, die beide geschäftliche Verbindungen zum Präsidenten unterhielten.
Offizielle Bestätigungen zu den dargestellten Vorgängen liegen bislang nicht vor. Die Berichte dürften jedoch die Debatte über wirtschaftliche Interessen, geopolitische Verhandlungen und Sanktionspolitik weiter anheizen.