freedom.gov soll mit integriertem VPN Zensur umgehen – mögliche Spannungen mit der EU.
Die Regierung der USA prüft laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters die Einführung eines Online-Portals mit dem Namen freedom.gov. Ziel des Projekts ist es, Nutzern in Europa und anderen Regionen den Zugang zu blockierten Inhalten zu ermöglichen.
Nach Angaben von Reuters könnte die Plattform einen integrierten VPN-Dienst enthalten. Dieser würde die IP-Adresse verschleiern und es Anwendern erlauben, sich virtuell „aus den USA“ ins Internet einzuwählen. In Washington wird das Vorhaben als Instrument zur Förderung digitaler Freiheit und zur Umgehung staatlicher Zensur dargestellt.
Ursprünglich sollte das Portal auf der Münchner Sicherheitskonferenz vorgestellt werden. Der Start wurde jedoch verschoben, nachdem Juristen offenbar auf mögliche rechtliche Risiken hingewiesen hatten. Der Domainname freedom.gov ist bereits registriert; auf der Seite erscheint derzeit der Slogan „Freedom is coming“.
Das US-Außenministerium erklärte, digitale Freiheit habe hohe Priorität. Dazu gehöre die Unterstützung von Technologien zum Schutz der Privatsphäre sowie Werkzeuge zur Umgehung von Internetzensur, darunter VPN-Dienste. Konkrete Details oder ein Zeitplan wurden jedoch nicht genannt.
Die Initiative könnte die Spannungen zwischen den USA und der Europäische Union verschärfen. In Europa gelten strengere Regelungen gegen Hassrede und terroristische Inhalte, etwa durch den Digital Services Act (DSA) sowie den britischen Online Safety Act.
Allein in Deutschland wurden 2024 insgesamt 482 Anordnungen zur Entfernung terroristischer Inhalte erlassen. In der Folge löschten Plattformen 16.771 Beiträge. Vor diesem Hintergrund dürfte die Debatte um digitale Souveränität, Regulierung und Meinungsfreiheit weiter an Intensität gewinnen.