Medien sprechen von schwerem Zustand – Ermittlungen wegen mutmaßlicher Korruptionsvorwürfe
Der frühere norwegische Ministerpräsident Thorbjørn Jagland soll laut Medienberichten einen Suizidversuch unternommen haben. Das Online-Portal iNyheter meldete unter Berufung auf eine eigene Quelle, dass sich der Vorfall vor rund einer Woche ereignet habe. Jagland befinde sich weiterhin in stationärer Behandlung, sein Zustand werde als ernst beschrieben.
Vorwürfe im Zusammenhang mit Epstein
Die Entwicklungen stehen im Kontext eines Ermittlungsverfahrens wegen mutmaßlicher Korruption im Zusammenhang mit Kontakten zu Jeffrey Epstein. Am 12. Februar sollen entsprechende Anschuldigungen gegen Jagland erhoben worden sein.
Am selben Tag durchsuchten Ermittler mehrere Immobilien des Politikers, darunter eine Wohnung in Oslo sowie ein Haus in Risør.
Immunität aufgehoben
Im Rahmen der Untersuchungen wandte sich die norwegische Finanzermittlungsbehörde an den Europarat mit der Bitte, Jaglands Immunität aufzuheben. Diese sei einen Tag vor den Durchsuchungen offiziell entzogen worden.
Den Ermittlungen zufolge sollen Jagland und Angehörige seiner Familie zwischen 2011 und 2018 wiederholt Immobilien Epsteins in Paris und New York genutzt haben. Zudem wird über Aufenthalte auf einer Villa in Florida berichtet.
Anwalt äußert sich nicht zu Details
Berichten zufolge haben sich Jaglands Anwalt und mehrere Medien darauf verständigt, keine näheren Angaben zum mutmaßlichen Vorfall zu veröffentlichen. Offizielle Bestätigungen seitens der norwegischen Behörden liegen bislang nicht vor.
Die Affäre sorgt in Norwegen für erhebliche politische Aufmerksamkeit. Beobachter erwarten, dass die Ermittlungen in den kommenden Wochen weiter an Dynamik gewinnen könnten.