Studie liefert Belege für evolutionäre Wurzeln des Alkoholkonsums
Ein aktuelles Forschungsergebnis liefert neue Argumente für die sogenannte „Drunken-Monkey“-Hypothese. Wie das Wissenschaftsmagazin Popular Science berichtet, stellte der Biologe Alexei Maro Daten vor, die eine evolutionäre Verbindung zwischen Nahrungssuche und Alkoholkonsum nahelegen.
Die Theorie besagt, dass die menschliche Affinität zu Alkohol auf die Ernährungsweise früher Primaten zurückgehen könnte. Fermentierte Früchte mit natürlichem Ethanolgehalt seien demnach ein fester Bestandteil ihrer Nahrung gewesen.
Ethanol-Nachweis bei Schimpansen
Für die Untersuchung analysierte das Team Urinproben von Schimpansen. Dabei fanden sich mehrere physiologische Marker, die auf den Konsum von Ethanol hindeuten.
Nach Angaben des Forschers ist die Konzentration von Alkohol in natürlich fermentierten Früchten offenbar hoch genug, um bei den Tieren messbare Effekte hervorzurufen – möglicherweise vergleichbar mit milden Auswirkungen beim Menschen.
Unterschiede zwischen Geschlechtern
Interessant ist zudem die Verteilung der positiven Nachweise: Negative Ethanoltests traten häufiger bei Weibchen und jüngeren Tieren auf. Die Wissenschaftler vermuten, dass erwachsene Männchen gezielt stärker fermentierte Früchte bevorzugen könnten – und damit einen höheren Alkoholgehalt aufnehmen.
Evolutionäre Verbindung von Nahrung und Alkohol
Aus evolutionsbiologischer Sicht spricht die Studie für eine enge Verknüpfung zwischen Nahrungssuche und Alkoholkonsum – zumindest bei Schimpansen. Sollte sich die Hypothese weiter bestätigen, könnte dies erklären, warum der menschliche Organismus Alkohol relativ effizient verstoffwechseln kann.
Forscher untersuchen nun, ob diese evolutionäre Anpassung möglicherweise auch Einfluss auf die spätere Domestikation von Hefen zur Herstellung alkoholischer Getränke hatte.
Die „Drunken-Monkey“-Hypothese bleibt umstritten, gewinnt durch neue empirische Daten jedoch weiter an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit.