Deutschland erwägt nicht, die beschädigten Nord-Stream-Gaspipelines, die einst russisches Gas nach Europa lieferten, wiederherzustellen. Dies erklärte der deutsche Wirtschafts- und Energieminister Robert Habeck am Montag, den 17. März, und betonte, dass dies eine „absolut falsche Richtung“ wäre, berichtet Reuters.
„Die Ukrainer sind weiterhin russischer Aggression ausgesetzt. Daher ist es völlig falsch, über eine Wiederherstellung von Nord Stream 1 oder 2 zu sprechen“, sagte Habeck auf einer Pressekonferenz in Brüssel.
Nord Stream 1 war von 2011 bis 2022 in Betrieb, während Nord Stream 2 aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine nie in Betrieb genommen wurde. Im September 2022 wurden beide Stränge von Nord Stream 1 und eine Röhre von Nord Stream 2 durch Explosionen beschädigt – bislang hat niemand offiziell die Verantwortung dafür übernommen.
Habeck äußerte seine Besorgnis, dass eine zukünftige Bundesregierung die Lehren aus der energiepolitischen Abhängigkeit von Russland vergessen könnte, die einst von Sozialdemokraten und Konservativen aufgebaut wurde.
„Ich mache mir Sorgen, dass die Lehren aus dem Jahr 2022 in Vergessenheit geraten könnten“, fügte er hinzu.
Nach der drastischen Reduzierung der Gaslieferungen aus Russland im Jahr 2022 geriet Europa in eine Energiekrise. Infolgedessen wurde Norwegen zum Hauptlieferanten von Gas für Deutschland.
Trotz der Hoffnungen von Gazprom, den Export nach Europa bei einer möglichen Änderung des politischen Kurses wieder aufzunehmen, hat Berlin seine Haltung zur Energieunabhängigkeit bekräftigt.
Das Bundeswirtschaftsministerium unterstrich, dass die Unabhängigkeit von russischem Gas eine strategische Priorität bleibe und dass Nord Stream 2 nicht zertifiziert sei und nicht in Betrieb genommen werden könne.